Der Google-Eintrag ist oft der erste Kontakt mit einem Unternehmen
Ein potenzieller Kunde muss nicht unbedingt die Website eines Unternehmens aufrufen, um sich einen ersten Eindruck zu verschaffen. Häufig beginnt die Suche direkt bei Google.
Wer beispielsweise einen Friseur, ein Restaurant, eine Werkstatt oder eine Arztpraxis sucht, bekommt in vielen Fällen bereits auf der Suchergebnisseite die wichtigsten Informationen angezeigt. Name, Adresse, Telefonnummer, Öffnungszeiten, Fotos, Bewertungen und die Position auf Google Maps können innerhalb weniger Sekunden darüber entscheiden, ob jemand weiterklickt oder einen anderen Anbieter auswählt.
Das Google Unternehmensprofil ist damit längst mehr als ein digitaler Brancheneintrag. Wir beschreiben es als zentralen Kontaktpunkt, an dem Kundinnen und Kunden häufig entscheiden, ob sie einem Unternehmen vertrauen.
Umso erstaunlicher ist, wie viele Profile zwar vorhanden sind, aber nur halbherzig gepflegt werden. Manche Angaben sind veraltet, andere fehlen vollständig. Bei manchen Unternehmen stimmen die Öffnungszeiten nicht, während bei anderen seit Jahren dieselben Fotos zu sehen sind.
Die folgenden Fehler sind besonders häufig.
Das Profil wird nach der Einrichtung nicht mehr gepflegt
Ein Google Unternehmensprofil ist kein Eintrag, den man einmal erstellt und anschließend vergessen kann.
Unternehmen verändern sich. Öffnungszeiten ändern sich, Telefonnummern werden gewechselt, Leistungen kommen hinzu oder fallen weg. Vielleicht zieht ein Betrieb um, eröffnet einen weiteren Standort oder verändert sein Angebot.
Bleiben solche Änderungen im Google-Profil unberücksichtigt, bekommt der Kunde möglicherweise falsche Informationen.
Besonders problematisch sind Öffnungszeiten. Ein Interessent, der Google vertraut und vor einem geschlossenen Geschäft steht, wird kaum Verständnis dafür haben, dass die Angabe online einfach nicht aktualisiert wurde. Und schon gibt es eine negative Bewertung!
Auch saisonale Änderungen können relevant sein. Feiertage, Betriebsferien oder besondere Öffnungszeiten sollten dort berücksichtigt werden, wo Google diese Möglichkeit bietet.
Ein Profil sollte deshalb nicht als statische Visitenkarte verstanden werden. Es ist eher ein digitaler Informationspunkt, der sich gemeinsam mit dem Unternehmen weiterentwickeln muss.
Das Unternehmen wird nur mit dem Namen beschrieben
Google muss verstehen können, was ein Unternehmen anbietet und für welche Suchanfragen es relevant sein kann.
Eine knappe Unternehmensbeschreibung wie „Willkommen bei Müller GmbH“ liefert dafür nur wenig zusätzlichen Kontext. Der Kunde weiß vielleicht, wie das Unternehmen heißt, aber nicht unbedingt, was er dort bekommt.
Eine gute Beschreibung sollte deshalb verständlich und sachlich erklären, welche Leistungen angeboten werden, für wen das Unternehmen arbeitet und worin der Schwerpunkt liegt.
Dabei geht es nicht darum, möglichst viele Keywords in einen Text zu pressen. Eine überladene Beschreibung wirkt schnell künstlich und hilft auch dem Leser nicht weiter. Besser ist eine Sprache, die tatsächlich zum Unternehmen passt.
Eine Kfz-Werkstatt kann beispielsweise erklären, welche Arbeiten sie anbietet und auf welche Fahrzeugtypen sie spezialisiert ist. Eine Physiotherapiepraxis kann ihre Behandlungsschwerpunkte beschreiben. Ein Restaurant kann seine Küche, das Konzept oder besondere Angebote erläutern.
Das Profil sollte für Menschen verständlich sein und gleichzeitig Google genügend Informationen geben, um das Unternehmen thematisch einzuordnen.
Veraltete oder beliebige Fotos
Fotos gehören zu den Informationen, die ein Interessent besonders schnell wahrnimmt. Trotzdem finden sich bei vielen Unternehmensprofilen Bilder, die nicht zur aktuellen Situation passen.
Vielleicht wurde die Einrichtung inzwischen komplett verändert. Vielleicht ist das Team auf den Fotos längst nicht mehr dasselbe. Oder die einzigen vorhandenen Bilder zeigen lediglich die Außenfassade.
Dabei können Bilder einen wesentlichen Teil des ersten Eindrucks ausmachen.
Besonders bei Unternehmen mit eigenen Räumlichkeiten lohnt es sich, den Innenbereich sichtbar zu machen. Ein Kunde möchte bei einem Restaurant vielleicht den Gastraum sehen. Ein Hotel kann Zimmer und öffentliche Bereiche präsentieren. Eine Praxis kann ihre Räumlichkeiten zeigen.
Auch ein professioneller 360-Grad-Rundgang kann eine sinnvolle Ergänzung sein. Er ermöglicht nicht nur einzelne Perspektiven, sondern eine interaktive Betrachtung der Räumlichkeiten direkt über Google und weitere digitale Kanäle.
Wichtig bleibt dabei die Aktualität. Ein schönes Foto von vor fünf Jahren hilft wenig, wenn der Betrieb heute völlig anders aussieht.
Bewertungen werden gesammelt, aber nicht beantwortet
Bewertungen sind für viele Kundinnen und Kunden ein wichtiger Teil der Entscheidungsfindung. Dabei zählt nicht nur die durchschnittliche Sternebewertung. Interessenten lesen häufig einzelne Rezensionen. Sie achten darauf, was Kunden konkret erlebt haben und wie das Unternehmen mit Kritik umgeht.
Eine negative Bewertung muss deshalb nicht automatisch ein großes Problem sein. Problematisch kann vielmehr sein, wenn auf berechtigte Kritik überhaupt keine Reaktion erfolgt.
Auch positive Bewertungen verdienen Aufmerksamkeit. Eine kurze, persönliche Antwort zeigt, dass Rückmeldungen wahrgenommen werden.
Das bedeutet nicht, dass jedes „Vielen Dank“ möglichst werblich formuliert werden muss. Eine natürliche Antwort ist meistens überzeugender als ein standardisierter Text, der unter jeder Rezension identisch erscheint.
Wir bieten im Bereich Bewertungsmanagement unter anderem Unterstützung beim Sammeln von Kundenbewertungen und beim professionellen Umgang mit Feedback an.
Kategorien und Leistungen werden nicht sorgfältig gepflegt
Google muss einordnen können, welche Art von Unternehmen vorliegt. Die gewählte Hauptkategorie spielt dabei eine wichtige Rolle.
Ein Unternehmen sollte deshalb nicht einfach die erstbeste Kategorie auswählen und anschließend nie wieder darüber nachdenken.
Auch angebotene Leistungen können für die Darstellung des Unternehmens relevant sein. Je genauer ein Profil das tatsächliche Angebot abbildet, desto leichter können Interessenten erkennen, ob der Anbieter zu ihrer Suche passt. Dabei gilt allerdings: Ein Profil sollte die Realität widerspiegeln.
Wer Leistungen einträgt, die überhaupt nicht angeboten werden, nur um für zusätzliche Suchanfragen aufzutauchen, riskiert einen unklaren oder sogar irreführenden Unternehmensauftritt.
Lokale Sichtbarkeit entsteht nicht dadurch, dass möglichst viele Begriffe irgendwo im Profil auftauchen. Entscheidend ist ein stimmiges Gesamtbild aus Kategorie, Leistungen, Beschreibung, Standort, Bewertungen und weiteren Unternehmensinformationen.
Adresse, Telefonnummer und andere Unternehmensdaten sind nicht überall identisch
Für Kunden ist es ärgerlich, wenn unterschiedliche Websites verschiedene Telefonnummern oder Adressen anzeigen. Für die digitale Auffindbarkeit kann eine uneinheitliche Datenlage ebenfalls ungünstig sein.
Genau hier setzen sogenannte Local Business Listings an. Dabei werden Unternehmensdaten auf verschiedenen relevanten Plattformen, Karten- und Verzeichnisdiensten einheitlich dargestellt. Wir bieten auch für diesen Bereich unsere Unterstützung für lokale Sichtbarkeit an.
Besonders relevant ist das bei Unternehmen, die bereits lange am Markt sind. Über die Jahre können alte Verzeichniseinträge entstehen, frühere Telefonnummern im Internet verbleiben oder unterschiedliche Schreibweisen der Firmenadresse auftauchen.
Für den Unternehmer selbst ist das häufig schwer zu erkennen. Wer den eigenen Firmennamen regelmäßig sieht, übersieht leicht kleine Abweichungen.
Eine regelmäßige Überprüfung der wichtigsten digitalen Unternehmensdaten kann deshalb sinnvoll sein.
Das Profil wird isoliert betrachtet
Ein gutes Google Unternehmensprofil kann viel leisten. Es ersetzt aber nicht automatisch die übrige digitale Präsenz.
Ein Kunde, der einen Anbieter über Google entdeckt, möchte möglicherweise anschließend die Website besuchen. Er möchte Referenzen sehen, Leistungen vergleichen, einen Termin vereinbaren oder weitere Informationen lesen.
Deshalb sollte der Google-Auftritt zum restlichen Erscheinungsbild des Unternehmens passen.
Wenn Google aktuelle Fotos zeigt, die Website aber völlig veraltet ist, entsteht ein Bruch. Wenn die Telefonnummer im Profil nicht mit der Website übereinstimmt, entstehen Zweifel. Wenn die Bewertungen hervorragend sind, die Website aber kaum Informationen enthält, bleibt Potenzial liegen.
Wir betrachten deshalb nicht nur das einzelne Unternehmensprofil, sondern verschiedene digitale Kontaktpunkte, vom Google-Profil über Bewertungen und Bilder bis zur Website und weiteren Signalen.
Ein gutes Profil braucht keine Tricks, sondern Aufmerksamkeit
Ein Google Unternehmensprofil muss nicht mit möglichst vielen Informationen gefüllt werden, um professionell zu wirken. Entscheidend ist vielmehr, dass die wichtigen Angaben stimmen, aktuell sind und ein klares Bild des Unternehmens vermitteln.
Der Kunde sollte schnell verstehen können, wer hinter dem Eintrag steht, was angeboten wird, wo sich der Betrieb befindet und warum ein Besuch sinnvoll sein könnte.
Dafür braucht es keine komplizierten Formulierungen. Eine klare Beschreibung, aktuelle Fotos, korrekte Öffnungszeiten, passende Kategorien und ein gepflegter Umgang mit Bewertungen leisten bereits viel.
Wer darüber hinaus seine Website, seine Unternehmensdaten auf anderen Plattformen und gegebenenfalls einen 360°-Rundgang sinnvoll mit dem Google-Profil verbindet, schafft einen deutlich konsistenteren digitalen Auftritt.
Der wichtigste Schritt besteht deshalb häufig nicht darin, etwas völlig Neues zu entwickeln. Es lohnt sich zunächst, den eigenen Google-Eintrag mit den Augen eines Menschen zu betrachten, der das Unternehmen noch nicht kennt.
Welche Fragen werden innerhalb weniger Sekunden beantwortet? Welche Informationen fehlen? Was wirkt aktuell, was veraltet? Und würde man selbst auf Basis dieses Eintrags einen Anruf tätigen oder einen Besuch planen?
Diese Perspektive zeigt oft schneller als jede technische Analyse, wo noch Verbesserungsmöglichkeiten liegen.


