Warum der Karteneintrag weit mehr ist als eine Wegbeschreibung
Ein Unternehmen kann so gut sein, wie es will. Wenn aber ein potenzieller Kunde den Betrieb bei Google nicht richtig findet oder dort einen wenig überzeugenden Eindruck bekommt, kommt es möglicherweise gar nicht erst zum Besuch.
Die Suche beginnt heute häufig erstaunlich unspektakulär. Jemand sitzt zu Hause, hat eine Frage und gibt ein paar Wörter bei Google ein. „Friseur in der Nähe“, „italienisches Restaurant + Ortsname“, „Werkstatt für VW“ oder „Hotel am See“ reichen aus. Kurz darauf erscheint eine Auswahl von Unternehmen. Teilweise wird die passende Adresse direkt auf einer Karte angezeigt, ergänzt um Fotos, Öffnungszeiten, Telefonnummer, Bewertungen und weitere Informationen.
Der Nutzer muss dafür keine Unternehmenswebsite aufrufen. Er kann sich bereits anhand dieser Darstellung ein Bild machen.
Google Maps erfüllt damit längst eine andere Funktion als noch vor einigen Jahren. Die Karte zeigt nicht mehr nur, wo sich ein Geschäft befindet. Sie begleitet die komplette lokale Suche und liefert zahlreiche Informationen, die für die Auswahl eines Anbieters relevant sein können.
Für Unternehmen ist das eine wichtige Entwicklung. Denn der erste digitale Kontakt findet häufig genau dort statt.
Was früher das Schaufenster war, ist heute teilweise der Google-Eintrag
Wer an einem Geschäft vorbeikommt, bekommt innerhalb weniger Sekunden einen Eindruck. Ist der Laden geöffnet? Wie sieht er aus? Wirkt er gepflegt? Was wird angeboten?
Bei Unternehmen, die nicht unmittelbar an einer stark frequentierten Straße liegen, fehlt dieser Moment. Der potenzielle Kunde fährt nicht zufällig vorbei. Er entdeckt den Betrieb über Google Maps, das gewissermaßen die Rolle des digitalen Schaufensters übernimmt.
Das wird besonders deutlich bei Unternehmen, deren Angebot einen direkten Bezug zu einem Ort hat. Ein Restaurant lebt nicht ausschließlich von seiner Speisekarte. Auch das Ambiente spielt eine Rolle. Bei einem Hotel gehören die Räumlichkeiten und die Atmosphäre zum Aufenthalt. Ein Fitnessstudio wird nicht allein anhand der Zahl seiner Geräte ausgewählt. Und auch bei einer Praxis kann der erste Eindruck der Räume eine gewisse Bedeutung haben.
All das lässt sich über eine reine Adresse nicht vermitteln.
Ein gepflegter Karteneintrag kann dagegen bereits ein deutlich umfassenderes Bild erzeugen. Gute Fotos zeigen die Räumlichkeiten. Bewertungen geben einen Einblick in die Erfahrungen anderer Kunden. Öffnungszeiten beantworten eine praktische Frage. Und wer sich für den Standort interessiert, kann direkt die Route aufrufen.
Der Kunde bekommt also nicht nur die Information, wo ein Unternehmen ist. Er erfährt zunehmend auch, was ihn dort erwartet.
Die lokale Suche läuft oft schneller ab, als Unternehmen denken
Bei einer allgemeinen Recherche nimmt sich ein Interessent möglicherweise viel Zeit. Bei einer lokalen Suche ist das häufig anders.
Wer essen gehen möchte, vergleicht nicht unbedingt zwanzig Restaurants. Meist werden einige Treffer angesehen, Fotos überflogen, Bewertungen gelesen und Öffnungszeiten geprüft. Dann fällt eine Entscheidung.
Das Gleiche kann bei einer kurzfristig benötigten Dienstleistung passieren.
Eine Waschmaschine geht kaputt, das Auto macht Geräusche oder ein Kunde benötigt dringend einen bestimmten Handwerker. In solchen Situationen wird nicht unbedingt nach dem Unternehmen mit der schönsten Internetseite gesucht. Die Auswahl entsteht häufig aus den Informationen, die Google unmittelbar zur Verfügung stellt.
Genau deshalb können kleine Details eine Rolle spielen.
Ist die Telefonnummer korrekt? Sind die Öffnungszeiten aktuell? Gibt es aktuelle Bilder? Werden Fragen beantwortet? Wirken die Bewertungen authentisch? Ist die Website erreichbar? Befindet sich der Standort tatsächlich dort, wo ihn Google anzeigt?
Keiner dieser Punkte entscheidet allein darüber, ob jemand Kunde wird. Zusammen ergeben sie jedoch ein Bild.
Und dieses Bild entsteht oft innerhalb weniger Minuten.
Ein veralteter Eintrag kann mehr schaden, als man vermutet
Ein Unternehmen kann hervorragend arbeiten und trotzdem online einen veralteten Eindruck vermitteln.
Das passiert schneller, als man denkt. Die Telefonnummer wurde geändert, die Öffnungszeiten haben sich verschoben oder die Räume wurden renoviert. Vielleicht wurde sogar der Standort gewechselt. Im Betrieb selbst sind diese Veränderungen längst selbstverständlich. Im Internet können dagegen noch alte Informationen kursieren.
Für einen Stammkunden ist das möglicherweise kein großes Problem. Er kennt das Unternehmen und weiß, wie er Kontakt aufnehmen kann. Ein Neukunde hat dieses Wissen nicht.
Stößt er bei Google auf eine falsche Telefonnummer oder steht dort, dass das Geschäft geöffnet hat, obwohl tatsächlich geschlossen ist, wird er wahrscheinlich nicht lange nach der Ursache suchen. Er geht zum nächsten Treffer.
Deshalb gehört die Pflege des Google Unternehmensprofils zu den eher unspektakulären Aufgaben, die trotzdem eine große Wirkung auf den digitalen Auftritt haben können.
Dabei geht es nicht darum, jeden Tag etwas zu verändern. Viel wichtiger ist, dass die Informationen stimmen, wenn sich im Unternehmen tatsächlich etwas ändert.
Auch Feiertage, Betriebsferien oder besondere Öffnungszeiten sollten berücksichtigt werden. Gerade bei einem lokalen Unternehmen sind solche Angaben für einen Nutzer oft relevanter als ein ausführlicher Werbetext.
Fotos zeigen den Ort, an dem der Kunde später tatsächlich ankommt
Ein Name und eine Adresse sind abstrakt. Ein Foto macht einen Ort greifbar.
Das klingt simpel, ist für die lokale Suche aber durchaus interessant. Wer ein Unternehmen noch nie besucht hat, weiß zunächst nicht, was ihn erwartet. Ein Foto des Eingangs kann bei der Orientierung helfen. Aufnahmen der Innenräume vermitteln einen ersten Eindruck von Gestaltung und Atmosphäre.
Dabei müssen nicht alle Bilder perfekt inszeniert sein. Sie sollten vor allem aktuell sein und tatsächlich das Unternehmen zeigen.
Ein Restaurant, das ausschließlich mit Stockfotos von Speisen arbeitet, verrät beispielsweise wenig darüber, wie der eigene Gastraum aussieht. Für ein Hotel gilt Ähnliches, wenn nur ein einziges Zimmer fotografiert wurde. Ein Fitnessstudio kann mit Bildern der Trainingsfläche wesentlich mehr anfangen als mit einer allgemeinen Aufnahme eines Sportlers.
Noch einen Schritt weiter geht ein virtueller 360°-Rundgang
Dabei betrachtet der Interessent nicht nur einzelne ausgewählte Perspektiven, sondern kann sich selbst durch die Räumlichkeiten bewegen. Das ist beispielsweise bei Hotels, Restaurants, Geschäften, Praxen oder Fitnessstudios interessant, bei denen die Gestaltung der Räume einen Teil des Gesamteindrucks ausmacht.
PanoLocal bietet solche 360°-Rundgänge für Google und Google Maps an. Die virtuelle Tour kann darüber hinaus auch auf der eigenen Website und Social Media eingesetzt werden.
Damit wird aus einer einfachen Darstellung ein deutlich umfassenderer Blick auf den Standort.
Bewertungen erzählen Dinge, die kein Unternehmen selbst behaupten kann
Ein Unternehmen kann auf seiner Website schreiben, dass der Service freundlich, die Beratung kompetent und die Qualität hervorragend ist. Das ist aus Sicht des Unternehmens nachvollziehbar.
Für einen neuen Kunden bleibt es trotzdem eine Selbstaussage.
Bewertungen funktionieren anders. Sie stammen von Menschen, die den Betrieb bereits erlebt haben. Natürlich sind auch Rezensionen subjektiv und sollten nicht wie objektive Testberichte behandelt werden. Trotzdem liefern sie einem Interessenten Informationen, die er aus einer Unternehmensbeschreibung nicht bekommt.
Was wird besonders häufig gelobt? Gibt es Kritik an bestimmten Abläufen? Wie reagieren Mitarbeiter auf Beschwerden? Wird auf Bewertungen geantwortet?
Gerade die Reaktion des Unternehmens kann interessant sein.
Eine negative Rezension verschwindet nicht dadurch, dass man sie ignoriert. Sie bleibt für andere Nutzer sichtbar. Eine sachliche Antwort kann dagegen zeigen, dass das Unternehmen Rückmeldungen wahrnimmt und sich mit Kritik auseinandersetzt.
Auch positive Bewertungen verdienen eine persönliche Reaktion. Dabei muss niemand einen kleinen Roman verfassen. Ein kurzer Dank, der sich tatsächlich auf den Inhalt der Rezension bezieht, wirkt meist glaubwürdiger als eine immer gleiche Standardantwort.
Bewertungen sind damit nicht nur ein Bestandteil des Google-Eintrags. Sie bilden einen öffentlichen Dialog zwischen Unternehmen und Kunden.
Google Maps ist häufig der direkte Weg zum Anruf
Ein weiterer Punkt wird leicht übersehen: Ein Nutzer muss nicht erst auf die Website wechseln, um Kontakt aufzunehmen.
Über das Google Unternehmensprofil können, abhängig von den verfügbaren Funktionen, beispielsweise Telefonnummer, Website oder Routenplanung direkt aufgerufen werden. Das verkürzt den Weg erheblich.
Jemand sucht einen Schlüsseldienst und braucht sofort Hilfe. Eine Kundin möchte wissen, ob ein Geschäft heute noch geöffnet hat. Ein Hotelgast benötigt die Telefonnummer der Rezeption. Ein potenzieller Kunde möchte einen Termin vereinbaren.
In all diesen Fällen ist die Frage nicht unbedingt: „Wie schön ist die Website?“ Sie lautet eher: „Wie komme ich jetzt an die Information, die ich brauche?“ Google Maps kann genau an dieser Stelle praktisch sein.
Für Unternehmen bedeutet das wiederum, dass die dort hinterlegten Kontaktdaten funktionieren müssen. Ein Klick auf eine falsche Telefonnummer ist nicht nur ärgerlich. Er kann dazu führen, dass der Interessent den nächsten Anbieter kontaktiert.
Die Website bleibt wichtig – aber sie erfüllt eine andere Aufgabe
Trotz der vielen Informationen, die Google Maps mittlerweile bereitstellt, ersetzt der Karteneintrag keine Unternehmenswebsite. Beide Medien haben unterschiedliche Aufgaben.
Google Maps eignet sich hervorragend für die schnelle Orientierung. Die Website kann deutlich mehr Raum für ausführliche Informationen bieten. Dort lassen sich Leistungen erklären, Referenzen präsentieren, Ansprechpartner vorstellen oder spezielle Fragen beantworten.
Ein Interessent kann beispielsweise über Google Maps auf ein Unternehmen aufmerksam werden und anschließend die Website öffnen, um sich genauer über das Angebot zu informieren.
Dieser Übergang sollte möglichst reibungslos funktionieren.
Wenn die Darstellung bei Google aktuell und professionell wirkt, die Website dagegen veraltet aussieht, entsteht ein widersprüchlicher Eindruck. Dasselbe gilt für unterschiedliche Telefonnummern, Adressen oder Öffnungszeiten.
Deshalb lohnt es sich, den digitalen Auftritt nicht als Sammlung einzelner Plattformen zu betrachten. Google Maps, Unternehmensprofil, Website, Bewertungen und weitere Verzeichnisse sollten ein möglichst stimmiges Bild ergeben.
Auch andere Verzeichnisse spielen eine Rolle
Ein Unternehmen existiert im Internet selten nur an einer einzigen Stelle.
Neben Google können Unternehmensdaten beispielsweise in Branchenverzeichnissen, Kartendiensten oder anderen Plattformen auftauchen. Gerade bei Unternehmen, die schon lange bestehen, haben sich dort im Laufe der Jahre teilweise zahlreiche Einträge angesammelt. Das kann zu einem unsichtbaren Problem werden.
Eine alte Telefonnummer steht noch in einem Verzeichnis. Ein anderer Eintrag verwendet eine abweichende Schreibweise der Firmenadresse. Auf einer weiteren Plattform fehlen aktuelle Informationen.
Für einen Menschen sind solche Unterschiede vielleicht belanglos. Für die digitale Auffindbarkeit ist eine möglichst konsistente Datenbasis jedoch sinnvoll.
Unter dem Begriff „Local Business Listings“ werden solche Einträge zusammengefasst. PanoLocal unterstützt Unternehmen bei der Pflege und Verbreitung dieser lokalen Unternehmensinformationen.
Gerade für Unternehmen mit mehreren Standorten kann das interessant werden, weil sich der Pflegeaufwand mit jedem zusätzlichen Standort erhöht.
Die Position auf der Karte ist nicht der einzige Punkt
Bei lokalen Suchanfragen interessiert viele Unternehmer zunächst eine Frage besonders: „Wie komme ich bei Google weiter nach oben?“
So verständlich diese Frage ist, so wenig lässt sie sich auf einen einzelnen Stellhebel reduzieren.
Google berücksichtigt bei lokalen Suchanfragen verschiedene Faktoren. Dazu gehören unter anderem die Relevanz eines Unternehmens für die jeweilige Suchanfrage und die Entfernung zum Suchenden. Auch die Informationen im Unternehmensprofil und weitere Signale können eine Rolle spielen.
Deshalb wäre es zu kurz gegriffen, Google Maps ausschließlich unter dem Gesichtspunkt einer bestimmten Position auf der Karte zu betrachten.
Viel sinnvoller ist die Frage, ob der eigene Auftritt für einen potenziellen Kunden vollständig und überzeugend ist.
Findet er die richtigen Informationen? Erkennt er sofort, welche Leistungen angeboten werden? Kann er sich ein Bild von den Räumlichkeiten machen? Sind die Bewertungen aktuell? Sind die Kontaktdaten korrekt?
Ein Unternehmen kann diese Punkte tatsächlich beeinflussen. Wo Google einen einzelnen Treffer bei einer bestimmten Suchanfrage platziert, liegt dagegen nicht vollständig in der Hand des Unternehmens.
Ein digitaler Standort sollte so gepflegt werden wie ein echter Standort
Niemand würde die Eingangstür eines Geschäfts jahrelang nicht reinigen, das Schaufenster mit alten Angeboten dekorieren und auf eine neue Telefonnummer verzichten. Im Internet passiert etwas Vergleichbares erstaunlich häufig.
Der Google-Eintrag wird einmal angelegt und anschließend vergessen. Während sich das Unternehmen weiterentwickelt, bleibt die digitale Darstellung stehen. Dabei ist Google Maps für viele Interessenten der erste Berührungspunkt.
Deshalb lohnt es sich, den eigenen Eintrag gelegentlich aus der Perspektive eines Außenstehenden zu betrachten. Nicht aus Sicht des Unternehmers, der alle Hintergründe kennt, sondern aus Sicht eines Menschen, der gerade zum ersten Mal nach dem Betrieb sucht.
Was sieht dieser Mensch? Ist auf Anhieb klar, was angeboten wird? Sind die Bilder aktuell? Stimmen Öffnungszeiten und Kontaktdaten? Vermitteln die Rezensionen ein nachvollziehbares Bild? Ist der Standort eindeutig? Gibt es auf der Website weitere Informationen?
Schon eine solche Kontrolle kann aufdecken, was im täglichen Geschäftsbetrieb leicht übersehen wird.
Google Maps ist ein Teil des Kundenerlebnisses
Eine Karte bleibt eine Karte. Sie ersetzt weder persönlichen Service noch gute Produkte und schon gar nicht die Qualität einer Dienstleistung.
Trotzdem kann sie beeinflussen, wie ein Unternehmen wahrgenommen wird, bevor überhaupt ein persönlicher Kontakt stattgefunden hat.
Der digitale Weg zum Kunden beginnt häufig nicht mit einem Anruf. Er beginnt mit einer Suche.
Google Maps liefert dabei Orientierung, Kontaktdaten, Bewertungen, Fotos und weitere Informationen an einem einzigen Ort. Wer seine Räumlichkeiten zusätzlich mit einem 360°-Rundgang präsentiert, kann einem Interessenten sogar einen virtuellen Blick ins Unternehmen ermöglichen.
Das ist besonders dann interessant, wenn der Standort selbst Teil des Angebots ist.
Ein gepflegter Google-Eintrag ist deshalb keine Nebensache, die man nach der Erstellung einfach abhaken kann. Er gehört zum digitalen Erscheinungsbild eines Unternehmens und sollte sich ebenso weiterentwickeln wie der Betrieb selbst.
Denn wenn ein Kunde zum ersten Mal auf den Namen eines Unternehmens stößt, hat der eigentliche Besuch möglicherweise noch gar nicht begonnen.
Seine Entscheidung, ob er sich näher damit beschäftigt, kann zu diesem Zeitpunkt allerdings schon gefallen sein.



